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Die Infothek zum Thema Analkrebs




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Analkrebs - Was ist das?

Von Analkrebs spricht man bei seltenen Tumoren im Analbereich.
Früherkennung und bewährte Therapien verbessern die Überlebensrate Betroffener deutlich.



Krebs beschreibt eine Reihe von Krankheiten, bei denen normale Zellen im Körper durch eine Anzahl von genetischen Veränderungen die Fähigkeit verlieren ihr Wachstum zu kontrollieren und auf Nachbarzellen übergreifen (lokale Invasion). Sie können aber auch über die Blutgefäße oder Lymphbahnen an andere Stellen im Körper gelangen.
Tumore oder Wucherungen im Körper können sowohl gut- als auch bösartig (Krebs) sein. Sind sie gutartig, können sie zwar wachsen, breiten sich aber nicht auf andere Stellen im Körper aus. Bösartige Tumore hingegen haben die Fähigkeit, tief in die Zellen einzudringen und zu streuen (Metastasen zu bilden).
Analkrebs entsteht aus den Zellen rund um die Afteröffnung oder innerhalb des Analkanals (1-2 cm lang) bis zu seiner Einmündung in den Enddarm. Die meisten Analkarzinome entstehen aus Hautzellen und werden zu Plattenepithelkarzinomen.
Einige entstehen auch aus den Schleimhautzellen des oberen Analkanals. Sie heißen kloakogene Karzinome. Obwohl auch andere Krebserkrankungen in diesem Bereich auftreten können, sind diese beiden am häufigsten. Sie verhalten sich ähnlich und werden daher auf die gleiche Weise behandelt. Zellen, die bösartig aber noch nicht unter die Oberfläche eingedrungen sind, werden als "präkanzerös" (Carcinoma in situ) bezeichnet.

Wie häufig ist Analkrebs?

Afterkrebs ist eher selten. Er macht nur etwa 1-2% aller Krebserkrankungen des Magen- Darmtraktes aus.

Wer ist gefährdet?

Die genauen Ursachen für die meisten Analkrebsarten sind unbekannt. Doch bestimmte Risikofaktoren können mit Analkrebs in Verbindung gebracht werden und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.

Zu den Risikofaktoren gehören:
- Alter
Die meisten Menschen mit Analkrebs sind über 50 Jahre alt
- Analwarzen
Eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV), den Genitalwarzen (Feigwarzen)
- Anal-Sex
Für Personen, die Analsex praktizieren
- Rauchen
Rauchen erhöht das Risiko der meisten Krebsarten, einschließlich des Analkrebses.
- Immunsuppression
Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie transplantierte Patienten, die Medikamente nehmen müssen, um ihr Immunsystem zu unterdrücken und Patienten mit einer HIV-Infektion (Human Immunodeficiency Virus)
- Chronische lokale Entzündung
Menschen mit langjährigen Analfisteln oder offenen Wunden
- Strahlentherapie
Menschen, die mit einer Strahlentherapie des Beckens behandelt wurden aufgrund einer rektalen, Prostata-, Blasen- oder Gebärmutterhalskrebserkrankung


Kann Analkrebs verhindert werden?

Nur wenige Krebserkrankungen kann man vollständig vermeiden, aber das Risiko kann durch die Reduzierung der vorgenannten Risikofaktoren und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erheblich verringert werden.
Wer Analsex, eine Infektion mit HPV und HIV vermeidet sowie bei jeder Art von Geschlechtsverkehr Kondome benutzt, kann das Risiko einer Infektion deutlich reduzieren. Zwar wird das Risiko nicht völlig eliminiert aber zumindest reduziert.
Wer das Rauchen aufgibt, verringert das Risiko für viele Krebserkrankungen, einschließlich Analkrebs.

Was sind die Symptome einer analen Krebserkrankung?

Viele Fälle von Analkrebs können frühzeitig erkannt werden. Afterkrebs tritt in einem Teil des Verdauungstraktes auf, den der Arzt gut sehen und leicht erreichen kann.
Analkrebs verursacht häufig Symptome wie etwa Blutungen aus dem Rektum oder Anus, das Gefühl eines Klumpen an der Analöffnung, Schmerzen im Analbereich, persistierenden oder rezidivierenden Juckreiz, Veränderung der Stuhlgewohnheiten (mit mehr oder weniger Stuhlgang), eine erhöhte Anstrengung beim Stuhlgang, Absonderungen (Schleim oder Eiter) aus dem Anus sowie geschwollene Lymphknoten (Drüsen) in der Anal- oder Leistengegend.
Diese Symptome können auch durch weniger schwere Erkrankungen wie Hämorrhoiden verursacht werden. Es sollte aber immer der Arzt aufgesucht und die Symptome abklärt werden.

Wie wird Analkrebs diagnostiziert?

Eine frühzeitige Erkennung der Krebserkrankungen ist der Schlüssel zur Heilung. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen des Rektum und des Anus können Probleme und Erkrankungen frühzeitig erkannt und leicht behandelt werden. Routine-Screening zur Früherkennung eines Anal- und kolorektalen Karzinoms bei Menschen ohne Symptome umfasst eine digitale rektale Untersuchung und einen Test auf Blut im Stuhl einmal jährlich. Ab dem 50. Lebensjahr erfolgt zusätzlich eine Untersuchung mit einer beleuchteten Sonde (flexible Endoskopie) alle 5-10 Jahre. Besteht der Verdacht auf Analkrebs, wird eine Biopsie durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen. Wird diese Diagnose bestätigt, können zusätzliche Tests durchgeführt werden, womit das Ausmaß der Krebserkrankung festgestellt wird.

Wie werden Analkarzinome behandelt?

Die Behandlung von Analkrebs ist in den meisten Fällen sehr effektiv. Es gibt drei Behandlungsarten, die eingesetzt werden:
- Chirurgie
eine Operation, um den Tumor zu entfernen
- Strahlentherapie
hochdosierte Röntgenstrahlen, um Krebszellen abzutöten
- Chemotherapie
mit Medikamenten, um Krebszellen abzutöten.

Die Kombination aus Radio- und Chemotherapie gilt heute als Standardbehandlung für die meisten Analkrebsarten. Manchmal können sehr kleine oder frühzeitig erkannte Tumore auch chirurgisch entfernt werden (lokale Exzision).

Brauche ich einen künstlichen Darmausgang?

Die Mehrzahl der behandelten Analkrebs-Patienten braucht keinen künstlichen Darmausgang. Nur wenn der Tumor nicht vollständig auf die Kombinationstherapie anspricht, nach der Behandlung erneut auftritt oder eine abdominoperineale Resektion (APR), die Entfernung des Mastdarms und des Anus vorgenommen werden muss, wird ein künstlicher Darmausgang zur Notwendigkeit.

Was passiert nach der Analkrebs-Behandlung?

Um die Ergebnisse der Behandlung zu beurteilen und ein Wiederauftreten von Tumoren zu überprüfen, ist es sehr wichtig Nachsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Die meisten Analkarzinome können erfolgreich behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Eine sorgfältige Untersuchung durch einen erfahrenen Arzt in regelmäßigen Abständen ist die wichtigste und beste Methode.

Weiterführende Links

- Infos für Patienten (von Dr. Clemens Albrecht)
- Artikel von Dr. Bull (Wien)
- Informationen der Universitätsklinik Bonn
- Artikel des Interdiszipliären Darmzentrums der TU München
- Artikel der HPV and Anal Cancer Foundation (Englisch)
- Artikel der Techniker Krankenkasse

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Weiterführende Literatur